Hans Schulz – fit durch Fernunterricht: als ältester Animateur der Welt auf Reisen
Berlin/Hamburg – Hans Schulz aus Berlin ist mit seinen 83 Jahren noch lange nicht am Ende seiner beruflichen Schaffenskraft angelangt. Seit er vor knapp zehn Jahren den Beruf des Animateurs für sich entdeckt hat, ist der rüstige Rentner begeistert von dieser Tätigkeit. 1998 schaffte er es sogar zu einem Beitrag ins Guinessbuch der Rekorde als „ältester noch aktiver Animateur der Welt“.
Hans Schulz hat sich seine Kenntnisse als Animateur selbst beigebracht, auf seinen vielen Reisen nach Tunesien, Kenia, Tansania. Vor eineinhalb Jahren entscheidet er sich, doch noch eine qualifizierte Weiterbildung in dem Bereich zu absolvieren. Er belegt den neu konzipierten Fernlehrgang "Animationsassistent Touristik" bei der BSA Akademie in Mandelbachtal und hält bereits im September 2001, nach einem halben Jahr, seinen Abschluss in den Händen.
Eine unabhängige Jury des Deutschen Fernschulverbandes e.V., Hamburg, kürte Hans Schulz zum Ehrenpreisträger Lebenslanges Lernen des Jahres 2001. Für sein Lernengagement im hohen Alter wurde ihm der Preis am 15. März 2002 in Berlin von dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, verliehen.
Hans Schulz hat in seinem langen Leben schon viel erlebt. Aufgewachsen in Berlin, in einem armen El-ternhaus, zur Zeit der Weimarer Republik, erlebt er die politischen Unruhen der damaligen Zeit als Kind mit. Nach seiner Ausbildung zum Werkzeugmacher bei einem großen deutschen Konzern wird seine berufliche Laufbahn durch den zweiten Weltkrieg unterbrochen; 1939 wird er als Soldat in die Wehrmacht eingezogen. 1945 beginnt er wieder als Werkzeugmacher zu arbeiten, übt diesen Beruf dreißig Jahre lang aus. Nach dem frühen Tod seiner Frau im Jahre 1967 beginnt Hans Schulz zu reisen. Über zehn Jahre lang bereist er den afrikanischen Kontinent, lernt Länder wie Kenia, Tansania, Senegal, Uganda kennen. Seine vielen Reisen nach Israel bestärken ihn in seinem Glauben an Gott, er ist beeindruckt von der Vielseitigkeit und religiösen Ausdruckskraft dieses Landes.
Bereits Mitte der 70er Jahre entdeckt er den Club Aldiana für sich und begeistert sich für den Beruf des Animateurs. Sukzessive bringt er sich durch bloßes Zuschauen selbst einige Kenntnisse bei und beginnt mit ersten Auftritten auf der Bühne. Die Gäste und Mitarbeiter des Clubs sind so begeistert, dass er 1994 als ehrenamtlicher Mitarbeiter eingestellt wird. Er spielt auf der Club-Bühne Rollen in ‚Die Zauberflöte', ‚Manche mögen's heiß' oder ‚Die Möwe Jonathan', tanzt zusätzlich in Revues mit, führt Sketche von Heinz Rühmann vor. Seitdem hat Hans Schulz über 700 Auftritte als Animateur hinter sich, ist die ganzen Jahre zwischen Berlin und Club gependelt, zwei Monate Deutschland, zehn Monate Tunesien.
Fernunterricht hat sich für Hans Schulz durch seine Reisetätigkeit als ideale Lernmethode herausgestellt: "Ich konnte ohne Zeit- und Termindruck lernen wann und wo ich wollte. Zu Hause am liebsten im Café, im Club am liebsten in den Freistunden am Pool oder am Meer." Das Lernen ist ihm dabei eher leicht gefallen. Als Profi mit vielen Vorkenntnissen war er auch von den Inhalten begeistert.
Zur Zeit belegt er bei der BSA Akademie den Fernlehrgang "Senior Aktiv Manager" - die erste Animationsausbildung für Senioren -, den er noch in diesem Frühjahr abschließen möchte. Denn spätestens im April zieht es ihn wieder in die Ferne. Dieses mal nach Kreta, wo er einen neuen Animationsbereich mit aufbaut. "Ich bin noch lange nicht am Ende meiner Animationslaufbahn angelangt und freue mich, für andere Menschen ein Vorbild zu sein, dass man auch im Alter viel Freude haben kann."

