Julia Kammerlander aus Stuttgart: Jugendpreis Fernlernen 2005

Fernunterricht löst "Schulprobleme" der hochbegabten jungen Musikerin

Julia Kammerlander aus Stuttgart - "Jugend musiziert"-Gewinnerin auf allen Ebenen von 2000 bis 2004 - spielt nicht nur ausgezeichnet Klavier, die 16-Jährige hat auch bereits zwei Klassenstufen übersprungen. Trotzdem plagte sie sich jahrelang mit ganz hartnäckigen "Schulproblemen": Weil in Deutschland bis zum Ende der 10. Klasse für Jugendliche die Schulpflicht herrscht, schien es zunächst unmöglich, dass Julia eine für musikalisch oder anderweitig hochbegabte Kinder so dringend notwendige flexible Lösung findet. Erst als ihr der Wechsel zum Fernlehrwerk des Instituts für Lernsysteme (ILS) ermöglicht wurde, konnte sie ihr Talent in beiden Bereichen voll entfalten. Mit 15 Jahren bestand sie ihren Realschulabschluss mit 1,9 und bereitet sich derzeit beim ILS per DistancE-Learning auf ihr Abitur vor.

Für diesen beeindruckenden und erfolgreichen Balance-Akt erhielt die Jugendliche jetzt eine für sie ganz ungewohnte Auszeichnung: Eine unabhängige Jury des Forum DistancE-Learning, dem Fachverband für Fernlernen und Lernme-dien e. V., Hamburg, verlieh Julia Kammerlander den Studienpreis DistancE-Learning 2005 in der Kategorie "Jugendpreis Fernlernen". Der Preis wurde ihr am 26. April 2005 im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin von Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen überreicht.

Im Alter von 6 Jahren begann Julia als Tochter zweier Pianisten mit dem Klavierspielen. Sie hatte Talent und entwickelte Ehrgeiz, was daraus zu machen. In der Grundschule blieb ihr noch genug Zeit zum Üben, mit dem Wechsel zum Gymnasium änderte sich das. Nicht nur die Schule beanspruchte Julia nun deutlich mehr, sondern auch die musikalischen Termine nahmen zu - Konzerte, Wettbewerbe, Kurse, Theorieunterricht usw. Warum sie dennoch zwei Klassen übersprungen hat? "Der Gedanke, der dahinter stand, war schlicht: So bist Du schneller fertig. Außerdem wuchs natürlich das Übepensum", erinnert sie sich. Sie plante, sich per Fernunterricht auf einen Schulabschluss vorzubereiten, musste aber feststellen, dass das für Jugendliche in Deutschland nicht so einfach ist: "Das war ein ziemlicher Gang durch die Behörden", erzählt Julia. "Letztendlich hatte ich dann auch das Glück, an die richtigen Personen zu kommen, die sich für mein Anliegen eingesetzt bzw. Verständnis gezeigt und es bewilligt haben." Der ILS-Fernlehrgang zur Vorbereitung auf die Mittlere Reife wurde ursprünglich im Auftrag des Auswärtigen Amtes für deutsche Kinder im Ausland entwickelt.

Als Klavier-Schülerin in der Begabtenklasse der Stuttgarter Musikschule braucht Julia viel Flexibilität beim Lernen, Fernunterricht ist deshalb ideal. "Ich kann das Lernen meinen wechselnden Tagesabläufen anpassen - das ist der größte Vorteil." Die Preisträgerin lernt gerne allein und ist sich sicher, dass so viel mehr "hängen bleibt". Die Auszeichnung mit "Jugendpreis Fernlernen" ist für sie vor allem aus einem Grunde wichtig: "Mit DistancE-Learning als moderner, flexibler Lernform ließen sich deutlich mehr junge Talente fördern als es durch eine Präsenzschule möglich ist."